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Smart Home to go: Lohnt sich ein Smart Home in Mietwohnungen?

23.03.2018

Das perfekte Smart Home passt in den Rucksack, wenn ein Umzug in die nächste Mietwohnung oder ins Eigenheim ansteht. Smart Home kabellos: Szenen-Beleuchtung, Spaßgadgets, Staubsauger-Roboter, Speaker, Sensoren und Sicherheitskameras funktionieren als smarte Systeme gar nicht so schlecht mit Funk.

 

Smart Home-Start light: ohne finanziell in die Klemme zu kommen

Undenkbar und schlicht nicht umsetzbar ist es für Mieter, zu jedem Fenster, jeder Tür, jedem Lautsprecher, zu Bewegungsmeldern, Kameras, Leuchten, zu allem, was Spaß, Musik und Bilder macht, extra Kabel, Sensoren und Aktoren zu verlegen und zu verputzen. Das Ganze dann wieder umkehren beim Auszug und vielleicht Neu-Einbau im Eigenheim? Ein staubiger und lauter Graus, der den Vermieter zum Feind macht und so gar nicht smart ist.

 

Smart Home to go, smarte Systeme, die flexiblen, jungen Menschen nicht mit ihren teuren Verkabelungen die Luft abschnüren und sie an einem Wohnort für immer festzurren, gibt es inzwischen als Paket-Optionen, die sich auch mit Amazon Echo und Google Home verstehen.

Die erste eigene Wohnung, ohne Mama, die nach dem Rechten schaut und beim Saubermachen unterstützt, ist mit smarten Starterpaketen, Elektrogeräten und Anwendungen, die sich Stück für Stück anschaffen lassen, auch vor Freunden lässig vorführbar statt vorrangig peinlich.

Stellen Sie sich vor, Sie lassen den „Gehen”-Modus aufgrund einer gewissen Smartphone-Entfernung von den eigenen vier Wänden automatisch anspringen: Fenster zu, Türen zu, Heizungen reduziert, Kaffeemaschine und Herd aus, Bügeleisen aus, Läden zu und ein paar täuschende Lichttupfer an, wenn’s dunkel wird. Sogar die einen oder anderen voreinstellbaren Wenn-Dann-Szenarien gibt es auch ohne kommunizierende Steuerungskabel, die schnell ein paar Tausender kosten. Zum Staunen auch, wenn Jalousien und Co. inspiriert vom Umweltfühler selbstständig auf Sonne und Regen reagieren.

 

Smart Home to go geht ziemlich leicht: Vor allem mit modularen Plug-and-Play-Systemen lässt sich ein erstes Smart Home kabellos und auch von Laien einrichten. Der Nutzer nimmt seine Smart Home-Komponenten beim Auszug mit und dockt sie im neuen Zuhause wieder an. Selbst im Eigenheim. Dort lassen sich so manche smarten Überbleibsel des Single-Mieterdaseins sogar in kabelbasierte KNX-Bus-Systeme integrieren, die das smarte Leben ein Stück gesetzter und weiträumiger auf Beständigkeit trimmen.

 

So geht’s los mit dem mobilen, flexiblen, modularen Smart Home für Mietwohnungen:

  • Setzen Sie sich fixe Ziele und Begrenzungen: Denn wenn Sie sich in Smart Home-Abteilungen der stationären Läden oder Online-Shops umsehen oder die Lage über YouTube-Videos sondieren, reihen sich immer mehr starke, smarte Kauf-Optionen auf Ihrem persönlichen Bildschirm auf.
  • Legen Sie sich auf erste Schwerpunkte fest: beispielsweise Sicherheit, Beleuchtung, Robotic-Room-Service mit Staubsaugern, -wischern und Co., Energiesparen, Entertainment, Filmen oder Fun.
  • Sparen Sie ein paar hundert Euro für ein funkbasiertes Starter-Set, ob von der Telekom, Devolo, Rademacher HomePilot®, RWE, Elgato (lizensierter Apple-Partner) oder anderen.
  • Wenn gleich ein paar Extras dabei sein sollen: Mit 1.000 bis 1.500 Euro hat man in der Regel schon eine gute Basisausstattung im kabellosen Smart Home, mit Fühlern und Fokus auf Energie oder Sicherheit oder Komfort.
  • Wählen Sie einen gut eingeführten und erprobten Funkstandard wie Z-Wave, ZigBee oder EnOcean.
  • Checken Sie bei jeder Anschaffung: Wer kann mit wem?
  • Prüfen Sie bei geschlossen(er)en Systemen wie Apples HomeKit oder Homematic, ob Sie mit deren Angebot und Möglichkeiten auf Dauer klarkommen.

 

Tipp: Beim smarten Einrichten von Anfang an (etwa mithilfe der Checklisten der Plattform-Anbieter) auf möglichst universelle, smarte Einsetzbarkeit der jeweiligen Systeme, Standards, ihrer Komponenten und der von Ihnen gewünschten konkreten Produkte, Anwendungen und Szenen achten.

 

  • Nehmen Sie sich 30 Minuten, um Ihr Starter-Set zu installieren: Schließen Sie die gekauften Komponenten ans Stromnetz an und legen Sie bei Sensoren die Batterien ein.
  • Richten Sie Ihr Smart Home am Computer, Tablet oder Smartphone ein – weitgehend intuitiv, bzw. ohne langes Grübeln.
  • Wenn die Einrichtung weitgehend selbsterklärend funktionierte: Legen Sie noch mehr Geld zurück und stocken Sie allmählich auf – mit weiteren Produkten für Licht, Energie, Spaß und Sicherheit.
  • Später, im eigenen Haus, darf’s von allem noch ein wenig mehr sein und beispielsweise anreisenden Verwandten vom Auto aus die Haustür geöffnet werden.

 

Tipp: Bernd Dechert vom Zentralverband der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke (ZVEH) rät, bei funkbasierten Systemen auf die Qualitätsprodukte „einschlägiger Marken” zurückzugreifen. „No-Name-Serien bieten oft nur ausgewählte Komponenten an. Die mögen für den Einstieg reichen, aber wenn man dann im Laufe der Zeit doch mehr Funktionen und umfassendere ‚Smartness’ haben möchte, stößt man hier schnell an Grenzen, weil es die gewünschten Komponenten nicht gibt.” Bei etablierten Qualitätsprodukten könnten Erweiterungen des Systems problemlos vorgenommen werden – auch noch Jahre nach der Erstinstallation.

 

Die Nachteile von funkbasierten Systemen: Reichweiten und Wellenlängen

Sie kennen es vom WLAN: Dicke Mauern stehen den Funksignalen manchmal im Weg. Dagegen gibt es etwas: Beispielsweise Devolo, das Funksysteme und Powerline-Adapter fürs Smart Home kombiniert, will mit der Smart WiFi-Technologie einen optimalen WLAN-Empfang in jedem Winkel des Hauses bewirken, unabhängig davon, an welcher Stelle der Internet-Router steht. Zuerst sollten Sie allerdings ausprobieren, ob das bei Ihnen auch wirklich klappt. Und deshalb: Bereits vorab eine eventuelle Rückgabe vereinbaren!

 

Eine Frau steckt ein Smart Plug von Devolo in eine Steckdose, in der anderen Hand hält sie ein iPad
Beispielsweise Devolo nutzt außer Funk noch Steckdosen und Stromnetz, um das smarte Heim möglichst zuverlässig zu vernetzen. © Devolo

 

Ebenso wichtig wie die tatsächlichen Reichweiten sind die passenden Wellenlängen: Deshalb beim Einkaufen und Einrichten immer darauf achten, dass die Wellenlänge zwischen den einzelnen Komponenten stimmt oder die Verständigung mithilfe von Übersetzern klappt. Verschiedene Standards haben unterschiedliche Funkfrequenzen, um Reichweiten zu erhöhen und Energie zu sparen.

 

Die Vorteile von Offenheit: Kombi-Systeme und Übersetzer

  • Wenn sich im modular zusammengebauten Smart Home-Repertoire nicht gleich zu gleich gesellt, nicht gleich verzagen, sondern immer zuerst checken, was möglich ist: Innerhalb eines Standards verstehen sich oft nicht nur unterschiedliche Systeme, sondern es gibt auch Funksystem-Plattformen, die verschiedene Standards verstehen und vielerlei Produkte kombinieren.
  • Kleine Helfer kappen Verständigungsprobleme mit systemübergreifenden Lösungen: Beispielsweise die unabhängige Basisstation „MyHomeBox” empfängt als allgemeine Übersetzungs-Station von diversen Standards die Signale, wandelt sie um und schickt sie dann verständlich weiter.
  • Mit einem zusätzlichen USB-Stick werden Basisstationen, die Herzstücke der Smart Homes, oft auch kompatibel für andere Funkstandards wie Z-Wave und ZigBee.

 

Funkbasierte Smart Home-Systeme, die keine Probleme mit Umzügen haben

So weit, so klar:

  • Mit Funk als Übertragungsmedium lassen sich Smart Home-Systeme auch gerne in Mietwohnungen nieder und werden für einen Umzug recht schnell abgebaut und zusammengepackt. Wie so vieles aus der digitalen Welt sind auch mobile Smart Home-Systeme oft mit monatlichen Abos verbunden, die ein paar Euro kosten.
  • Auf den Webseiten der Anbieter oder auf Anfrage per E-Mail erfahren Sie die jeweils aktuellen und auf Ihre System- und Anbieterwahl zutreffenden Preise.

 

Ein Rauchmelder, eine Smart Plug, ein Türkontakt, eine Überwachungskamera, ein Heizungsthermostat und eine Funktstation von Qivicon
Stück für Stück lässt sich ein Smart Home mit Funkprotokollen zur Kontaktaufnahme und zum Signalempfang anschaffen, zusammenbauen und für spätere Wohnphasen auch wieder einpacken. © Telekom/Qivicon

 

Die Telekom beispielsweise bietet zwei Varianten, bzw. zwei Preismodelle an, mit denen sich Magenta SmartHome (andernorts „QIVICON” genannt) in vollem Umfang verwenden lässt: für 4,95 Euro monatlich, wobei zur Nutzung eine Home Base – etwa aus dem Magenta SmartHome Starter Paket – oder ein Speedport Smart (der Standard-Router der Telekom) erforderlich ist. Im zweiten Modell zahlt der Kunde einen niedrigeren Einmalbetrag für das Magenta SmartHome Starter Paket als in der 4,95 Euro-Variante, und dafür 9,95 Euro monatlich für den Dienst.

Die Mindestvertragslaufzeit für beide Varianten beträgt 24 Monate. Die Preise der einzelnen Komponenten orientieren sich dem Unternehmen zufolge an den üblichen Marktpreisen. Die „Magenta SmartHome”-Starterpakete gibt es ab 139,99 Euro (besteht aus der Home Base, 2 Tür-/Fensterkontakten, sowie der App).

 

Abbauen, einpacken, wieder aufbauen: Das funktioniert bei der drahtlosen Telekom-Smart Home-Lösung. Die Installation der einzelnen Bestandteile wie Türschlösser, Tür-/Fensterkontakte oder Heizkörperthermostate ist einfach und sollte in den meisten Fällen problemlos vom Nutzer selbst durchzuführen sein.

Die QIVICON-Plattform aus dem Hause Telekom, die auch andere Anbieter wie die Energieversorger EnBW, Rheinenergie oder Vattenfall national und international anbieten, heißt nur bei der Telekom selbst „Magenta SmartHome”.

 

Da gibt es auch öfter mal etwas Neues: Die QIVICON Home Base 2.0 wird mit den Funk-Protokollen HomeMatic, Homematic IP sowie ZigBee Pro ausgeliefert. Hinzu kommt DECT ULE, der als digitaler Funkstandard kaum Energie braucht, um mit Tür-/Fensterkontakten oder Bewegungsmeldern zu kommunizieren. Über zwei USB-Anschlüsse lassen sich in Zukunft zusätzlich kompatible Protokolle einbinden.

Die QIVICON Home Base 2.0 ist (wie die QIVICON Home Base) die Steuerungszentrale für die QIVICON-Plattform. Sie ermöglicht mithilfe zuvor installierter Apps die Steuerung und Kontrolle von Funktionen der über 200 mit QIVICON kompatiblen Geräte vieler verschiedener Marken. Sie nimmt über Funkprotokolle mit ihnen Kontakt auf oder empfängt von ihnen Signale.

 

Smart, diese Interaktion! Beispielsweise mit einem Rauch- und Kohlenmonoxid-Melder von Nest, dessen Batterien zehn Jahre lang durchhalten sollen. Oder mit dem netatmo Healthy Home Coach, der gesundheitsbezogene Daten in der Wohnumgebung misst, während sich die Wetterstation des Herstellers um die Außenwelt – mit einem Auge auf Ihrem Smart Home – kümmert. Die Welt von Sonos, Logitech, Osram oder Miele (z. B. ein- und ausbaubarer Kaffeeautomat) gehören wie viele weitere ebenfalls zu diesem Steuerkosmos, den Sie via Internet und Home Base 2.0 auch von unterwegs dirigieren können.

 

Außerdem gibt es von den Anbietern, bzw. von den über 40 Partnerunternehmen, Basis- und Starter-Schwerpunktpakete zum Heizen, zum Energiesparen, zur Beleuchtung, zum Komfort und zur Sicherheit, die durch zusätzliche umziehbare Elemente wie Wasser- und Bewegungsmelder, Tür- und Fensterkontakte erweiterbar sind.

 

Bei der QIVICON-Plattform über Amazon Echo hören einzelne Geräte wie Lampen, Thermostate oder Zwischenstecker, sowie vorab definierte Abläufe, aufs Wort. Hinzukommen soll die Sprachsteuerung via Google Home. Apropos Laut geben: Zum Beispiel gibt Ihnen Ihre Lieblingsplaylist durch eigenständigen Start im Gegenzug Bescheid, wenn der Geschirrspüler durchgelaufen ist – sofern Sie das so wollen.

 

Qivicon Home Base steuert smarte Geräte wie z. B. Licht, Thermostat, Waschmaschine, Rolladen, Überwachungskamera per Smartphone App oder Tablet App
Steuerzentralen wie die QIVICON Home Base empfangen Befehle vom Tablet, Smartphone oder PC, bzw. via Sprachsteuerung mit Echo oder Google Home, und leiten sie an die verschiedenen Geräte weiter. © Telekom/Qivicon

 

Lust auf Tapeten- und Domizil-Wechsel hat beispielsweise auch der HomePilot® von Rademacher, der unkompliziert mit diversen Smart Home-Geräten mit umzieht. Er vernetzt und automatisiert per Funk die Anwendungen in der Mietwohnung genau wie gegebenenfalls irgendwann im Eigenheim. Der heimische Pilot kümmert sich selbstständig um die täglichen Routinen wie morgendliches Badvorwärmen und Kaffeemaschine-Einschalten. Und er lässt das Anlegen von Automationsabläufen in individuellen „Szenen” zu.

 

Sie wollen „Abendromantik”? Der HomePilot® reagiert auf einen kleinen Touch: Die Beleuchtung wird smart gedimmt, die Rollläden fahren herunter und gleichzeitig schaltet die Soundanlage im Wohnzimmer die passende Musik ein. Ein wenig wie in alten James-Bond-Filmen, aber doch voll „upgedated”. Tagsüber übernimmt der HomePilot® zusammen mit einem Umweltsensor – mit Solarzelle - den Sonnenschutz: Rolläden zu oder Markise auf – je nach Sonneneinstrahlung oder drohendem Regen.

 

Fazit: Der wachsende Smart Home-Markt setzt stark auf flexible, oft funkbasierte Systeme, die sich mitnehmen lassen und zudem keine aufwändigen Bauarbeiten erfordern. Smart Home to go ist möglich – auf in sich abgeschlossene Exoten-Lösungen mit nur wenigen Komponenten sollte von Anfang an verzichtet werden, um beim smarten Vorangehen nicht abgebremst zu werden.