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Was ist ein S-Pedelec?

18.09.2017

 

Unter einem S-Pedelec versteht man in Deutschland ein Fahrrad mit elektrischer Tretunterstützung bis zu einer Geschwindigkeit von 45 km/h. Es gilt laut StVZO als Kleinkraftrad und ist daher versicherungs- und führerscheinpflichtig.

 

Der Begriff Pedelec

 

Bei dem Wort Pedelec handelt es sich um ein Kofferwort für die englischsprachige Bezeichnung „Pedal Electric Cycle“.

 

„Damit sind Fahrräder mit Elektroantrieb gemeint, deren E-Antrieb aber nur unterstützend wirkt, solange der Fahrer in die Pedale tritt!“

 

Der Begriff Pedelec wurde 1999 von der Sprachwissenschaftlerin Susanne Brüsch geschaffen, um Fahrräder mit Tretunterstützung deutlich von jenen zu unterscheiden, deren E-Antrieb auch ohne Pedalieren des Fahrers wirkt. Für die Fahrräder mit E-Antrieb ohne Pedalieren sollte der Begriff E-Bike vorbehalten bleiben. Allerdings konnte sich eine strikte Einhaltung dieser Trennlinie nie durchsetzen. So wird der Begriff E-Bike im Marketing und auch umgangssprachlich sehr oft auf Pedelecs angewendet.

 

Das S-Pedelec aus technischer Sicht

 

Während ein normales Pedelec den Fahrer nur bis zu einer Geschwindigkeit von 25 km/h unterstützt, bleibt bei einem S-Pedelec (Speed Pedelec) diese Unterstützung bis zu einer Geschwindigkeit von 45 km/h aufrecht. Die gesetzlich maximal zugelassene Nenn-Dauerleistung des Motors beträgt dabei 500 Watt.

Durch die höhere Geschwindigkeit wird das Fahrrad stärker beansprucht. Der Rahmen ist in der Regel stabiler gebaut und die Bremsen sind leistungsfähiger. Auch beim Kauf neuer Reifen ist darauf zu achten, dass diese für die höhere Geschwindigkeit zugelassen sind.

 

 

Das S-Pedelec aus rechtlicher Sicht­­­­­­­­­

 

Der Begriff S-Pedelec wird in relevanten Verordnungen nicht angewendet. Zur Einschätzung der rechtlichen Rahmenbedingungen sind deshalb die in Deutschland − und auch in anderen Staaten − jeweils die gültigen Begriffe anzuwenden.

 

„In Deutschland gilt das S-Pedelec als Kleinkraftrad. Daraus abgeleitet muss der Benutzer eines S-Pedelecs einen Helm tragen und benötigt ein Versicherungskennzeichen für das Fahrrad sowie einen Führerschein der Klasse AM!“

 

In Deutschland kann ein Führerschein der Klasse AM ab einem Alter von 16 Jahren erlangt werden  –  in einigen Bundesländern ist es im Rahmen eines Modellversuchs schon ab 15 Jahren möglich. Beim Vorhandensein eines Autoführerscheins ist die Klasse AM mit abgedeckt.

Durch die Betrachtung des S-Pedelecs als Kleinkraftrad ergibt sich bei weiteren rechtlichen Betrachtungen ein Spannungsfeld zwischen dem, was der Gesetzgeber ursprünglich unter einem mit  Verbrennungsmotor betriebenen Kleinkraftrades verstanden hat und dem, was ein S-Pedelec aus  Sicht des Straßenbenutzers tatsächlich ist.

Besonders gut kann man das am derzeit gültigen Verbot der Nutzung von Radwegen erkennen (Stand Juli 2017). Obwohl ein S-Pedelec über weite Strecken mit einer moderaten Geschwindigkeit betrieben wird, erscheint die theoretische Höchstgeschwindigkeit von 45 km/h als zu gefährlich für Radwege.

Vertreter der Radfahrklubs bemühen sich deshalb laufend, die gesetzliche Einordnung der S-Pedelecs an deren tatsächliche Nutzungsweise heranzuführen.

 

Das S-Pedelec aus der Sicht des Fahrers

 

Trotz der Tretunterstützung bis 45 km/h ist es nicht gewährleistet, dass man als Radfahrer diese Geschwindigkeit auch ständig erreichen kann. Da sich das Ausmaß der E-Unterstützung von der Trittfrequenz des Fahrers ableitet, ist ein konstantes Halten dieser hohen Geschwindigkeit mit größeren Anstrengungen verbunden.

Der Kauf eines S-Pedelecs sollte deshalb nur unter Abwägung des theoretisch möglichen Geschwindigkeitsvorteils und der realen rechtlichen Gegebenheiten erfolgen.

 

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