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Über das Gewicht von Fahrrädern

12.03.2018

Fahrradfahren ist leicht, nicht immer ist es auch das Fahrrad. Tatsächlich variiert das Gewicht der Fahrräder in einer großen Bandbreite, wobei Gewichtseinsparungen oft mit hohen Preisen erkauft werden. In diesem Artikel möchten wir ein paar Gesichtspunkte bei der Kaufentscheidung nach Gewicht beschreiben.

 

Wann spielt das Gewicht eine Rolle?

Oberflächlich betrachtet, würde man annehmen, je leichter das Rad, desto leichter fällt auch das Fahren damit. Vor allem wenn die Strecke bergauf führt. Dabei vergessen aber die meisten, dass die größte Gewichtskomponente der Mensch selbst ist.

Wer sich zumindest wöchentlich wiegt, wird vielleicht feststellen, dass man gerade mal wieder den Gewichtsunterschied zwischen einer Felgenbremse oder einer Scheibenbremse abgenommen, oder zugenommen hat.

Warum also spielen das Gewicht des Rahmens oder gar einzelner Bauteile einen so große Rolle für die Kaufentscheidung? Wenn man nicht gerade für Rennen trainiert, wird das Gewicht des Fahrrades tatsächlich überbewertet.

Eine Rolle spielt das Gewicht aber dann, wenn man das Rad gerade nicht fährt. Mountainbiker schätzen ein leichtes Fahrrad, wenn sie es über einen Weidezaun heben müssen. Pendler und Radreisende sind froh, wenn sie ihre Räder ohne Mühe in die Aufhängungen im Zug platzieren können.

Wer sein Rad eine steile Kellertreppe runtertragen muss, freut sich nicht nur über ein geringes Gewicht, sondern auch über gute Griffmöglichkeiten, wenn das Rad hier eher schräg gehalten werden muss.

 

Der Zusammenhang zwischen Gewicht und Tragekomfort

Das letzte Beispiel zeigt, dass der Tragekomfort nicht nur vom Gewicht abhängt. Klug gewählte Rahmenformen sorgen dafür, dass es immer eine Stelle gibt, wo die tragende Person das Rad gut ausbalanciert halten kann.

Clever konstruierte Klappräder muss man gar nicht entlang des Bahnsteiges tragen, sondern lassen sich trotz geklappten Zustands noch bequem rollen. Auch beim E-Bike ist man froh, wenn die schweren Elemente wie E-Motor und Akku so platziert sind, dass das Rad beim Tragen nicht nach vorne oder hinten Übergewicht bekommt.

 

Der Zusammenhang zwischen Gewicht, Material und Festigkeit

Oberflächlich betrachtet müssten Fahrräder aus Aluminium oder Carbon leichter sein, als Räder mit Rahmen aus Stahl. In der Regel sind sie das auch. Allerdings erreichen die Materialien Aluminium und Carbon ohne Zusatzmaßnahmen nicht die Festigkeit von Stahl.

Durch die Wahl von größeren Querschnitten wird dieser Nachteil ausgeglichen. Da dabei aber auch viel Material verbaut werden muss, geht ein Teil des theoretischen Gewichtsvorteils wieder verloren.

Wird der Mangel an Steifigkeit des Materials nicht ausreichend durch größere Querschnitte ausgeglichen, tritt folgendes Phänomen ein: Das Fahrrad ist zwar leichter, doch das Fahren fällt schwerer. Das liegt daran, dass ein Fahrrad mit sich ständig windendem Rahmen schwerer in der Spur zu halten ist.

 

Der Zusammenhang zwischen Gewicht und eingebauter Fahrradtechnologien

Das Gewicht der Fahrräder kann auch je nach eingebauter Technologie variieren. So sind Scheibenbremsen schwerer als Felgenbremsen. Auch bei den verschiedenen Typen von Gangschaltungen machen sich Gewichtsunterschiede bemerkbar.

Bei der Wahl der Komponenten ist der Blick auf das Gewicht oft ein irreführender. Ein gutes Beispiel ist der Kettenschutz. Er erhöht das Gesamtgewicht um einige Gramm. Aber die Fahrt mit einer verschmutzten Kette ist um einiges „beschwerlicher“, als mit einer durch das Schutzgehäuse sauber gebliebenen Kette.

Pannenarme Reifen sind schwerer als schmale Rennradreifen. Allerdings schlägt der Gewichtsvorteil der schmalen Rennradreifen rasch in einen Nachteil um, wenn wir diese öfter unterwegs reparieren müssen und dadurch zu spät zur Arbeit kommen.

Ein besonders starker Gewichtsunterschied macht sich zwischen Fahrrädern mit und ohne elektrische Tretunterstützung bemerkbar. Bei der Anschaffung eines Pedelecs oder E-Bikes kann das Gewicht tatsächlich kaufentscheidend sein. Denn das zusätzliche Gewicht von bis zu zehn Kilogramm ist deutlich auffällig.

Natürlich könnte man einwenden, dass bei Fahrrädern mit Tretunterstützung ohnehin der E-Motor die meiste Arbeit übernimmt. Aber spätestens beim Tragen über die Treppe erkennt man die Grenzen der Unterstützungsmöglichkeiten durch E-Power.

Zum Schluss noch ein Beispiel abseits der Fahrradkonstruktion: Ein wirklich sicheres Fahrradschloss kann schon mal selbst 2 kg auf die Waage bringen. Auch hier sollte man nicht am Gewicht sparen, sonst ist man bald darauf um das ganze Fahrrad erleichtert.

 

Der Zusammenhang zwischen Gewicht und Tragfähigkeit

Oberflächlich betrachtet, ist dieser Gedanke ein sehr schlauer: Auf meiner Fahrradreise werde ich sehr schweres Gepäck mitführen. Um Gewicht zu sparen, kaufe ich ein besonders leichtes Fahrrad.

Leider funktioniert das so nicht. Die Rahmen der Fahrräder sind immer für ein bestimmtes Systemgewicht ausgelegt. Dieses Systemgewicht setzt sich aus Gewicht des Fahrrades, Gewicht des Fahrers und Gewicht des Gepäcks zusammen.

Ist das Gewicht des Gepäcks besonders hoch, muss ein Fahrrad für ein erhöhtes Systemgewicht gewählt werden. Wegen der zusätzlichen Konstruktionsmerkmale, ist dieses Fahrrad auch etwas schwerer, als die Fahrräder für leichtes Gepäck.

 

Resümee

Das Gewicht eines Fahrrades hat für einen durchschnittlichen Radfahrer nur bedingt einen Einfluss auf den Fahrkomfort. Entscheidend ist, dass das Gewicht in den Konstruktionsmerkmalen des Rades gut angelegt ist. Ein etwas schwereres, aber mit qualitätsvollen Komponenten ausgestattetes Fahrrad ist für den Fahrspaß und die Fahrsicherheit die bessere Wahl. Auch beim Tragen des Fahrrades helfen klug gewählte Rahmenkonstruktionen das Gewicht des Rades mit Leichtigkeit zu stemmen.

 

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