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StVO für Fahrradfahrer: Mit Promille auf den Sattel? Lieber nicht!

04.01.2018

 

StVO Fahrrad: Mit Promille lieber nicht auf den Sattel

Foto: bridgesward / pixabay.de – CC0 Creative Commons

 

Ob die Geburtstagsfeier bei Freunden, eine Grillparty im Park, oder der Weihnachtsmarkt im Winter – es gibt viele Anlässe, bei denen das ein oder andere Glas Alkohol getrunken wird. Dass das Auto in solchen Fällen besser stehen bleibt, ist den meisten Menschen klar. Wer trotzdem mobil sein möchte, weicht gerne auf das Fahrrad aus. Keine gute Idee. Wir erklären, was auf dem Fahrrad erlaubt ist und was Radfahrer lieber sein lassen sollten.

 

Die wichtigsten Regeln der StVO für Fahrradfahrer

Das Auto bei einer Feier gleich zuhause stehen zu lassen, ist eine gute Idee. Wer feiert und Alkohol trinkt, hat schnell die zulässige Promillegrenze überschritten. Oft, ohne es selber zu merken. Um nach der Feier trotzdem schnell und unabhängig wieder nach Hause zurückzu-kommen, scheint das Fahrrad eine gute Alternative zum Auto zu sein. Schließlich sind die Regeln für Alkohol auf dem Fahrrad deutlich lockerer. Aber der Schein trügt. Wer sich mit Alkohol im Blut auf den Sattel schwingt, riskiert nicht nur die eigene Gesundheit.

 

Alkohol auf dem Fahrrad – das sagt die StVO

Die Promillegrenzen für Autofahrer kennt fast jeder. Sie liegt bei 0,5 Promille und schon ab einer Blutalkoholkonzentration von 0,3 Promille können zum Teil drastische Bußgelder oder sogar Strafen folgen. Auf den ersten Blick scheinen die Regeln für Fahrradfahrer deutlich lockerer zu sein. Bis zu 1,6 Promille darf ein Radfahrer theoretisch haben. Zumindest solange er ohne Fahrfehler fährt und andere Verkehrsteilnehmer nicht in Gefahr bringt.

Wer diesen Wert jedoch überschreitet und sich aufs Fahrrad setzt, begeht automatisch eine Straftat. Diese Strafe sieht die StVO für Fahrradfahren mit mehr als 1,6 Promille vor:
 

  • 3 Punkte beim Kraftfahrtbundesamt in Flensburg
  • Bußgeld
  • Anordnung zur Medizinisch-Psychologischen Untersuchung (MPU)

Wer unter Alkohol Fahrrad fährt, riskiert neben hohen Strafen außerdem den Entzug seines Führerscheins und damit ein Fahrverbot für das Auto.

 

Fahrradfahren im Toleranzbereich kritisch

Aber auch, wer mit weniger als 1,6 Promille Fahrrad fährt, und Ausfallerscheinungen zeigt, muss bereits ab 0,3 Promille mit einer Strafanzeige rechnen. Als Ausfallerscheinungen gelten Fahrfehler oder Unfälle.

Obwohl laut StVO Fahrradfahren mit Alkohol im Blut theoretisch erlaubt ist, begeben sich Radfahrer damit in einen gefährlichen Graubereich. Im Bereich von 0,3 bis 1,6 Promille ist es immer schwieriger, die eigene Fahrtüchtigkeit und auch den Grad der Trunkenheit selber einzuschätzen.

Wer auf einer Feier etwas trinken möchte, lässt das Fahrrad am besten genauso wie das Auto stehen und weicht gleich auf öffentliche Verkehrsmittel oder ein Taxi aus.

 

Nicht empfehlenswert: Radfahren unter Drogen

Nicht nur unter Alkoholeinfluss ist es besser, das Rad stehen zu lassen. Auch unter dem Einfluss jeglicher anderen Drogen sollte niemand Radfahren. Wer unter dem Einfluss von Drogen mit dem Rad fährt, muss mit einer Strafanzeige und einer MPU rechnen. Auch hier gilt: Im Zweifelsfall das Fahrrad stehen lassen – oder noch besser: gleich einen großen Bogen um jede Art von Drogen machen.

 

Telefonieren auf dem Fahrrad – was sagt die StVO?

Dass Alkohol und Drogen auf dem Fahrrad ein Problem darstellen, dürfte den meisten wohl klar sein. Im Grunde ist es ähnlich wie beim Autofahren. Es gibt für Fahrradfahrer einen weiteren Punkt, der genauso wie für Autofahrer gilt: Das Telefonieren auf dem Fahrrad ist während der Fahrt verboten. Mit Freisprecheinrichtung wiederum ist es sowohl im Auto als auch auf dem Fahrrad erlaubt. Wer allerdings ohne Freisprecheinrichtung während der Fahrradfahrt telefoniert, riskiert eine Geldstrafe von 55 Euro.

 

Radwege – wann ist es erlaubt oder sogar Pflicht sie zu nutzen?

Es gibt einen weiteren Punkt, bei dem Radfahrer immer wieder in Konflikt mit der Straßenverkehrsordnung kommen. Es geht um die Nutzung von Radwegen. Vielen Radfahrern ist oft nicht ganz klar, wann sie einen Radweg nutzen dürfen oder sogar nutzen müssen. Diese Regeln gelten laut StVO für das Fahrrad:
 

  • Grundsätzlich gilt, dass Radfahrer einen Radweg nutzen müssen, wenn er durch Schilder gekennzeichnet ist.
  • Eine Ausnahme von dieser Regel gilt, wenn der Radweg versperrt oder zugeparkt ist. Auch wenn der Radweg in einem sehr schlechten Zustand ist, dürfen Radfahrer auf die Straße ausweichen.
  • Ist der Radweg nur durch Piktogramme auf dem Boden gekennzeichnet, müssen Radfahrer den Radweg nicht zwingend gemäß StVO benutzen. In diesem Fall handelt es sich eher um eine Empfehlung.
  • Fußgängerwege dürfen Radfahrer nur nutzen, wenn dies durch Schilder erlaubt ist. In diesem Fall gilt jedoch Schritttempo. Eine Ausnahme gilt für Kinder. Bis acht Jahre müssen Kinder auf dem Fußweg fahren. Bis 10 Jahre dürfen sie es noch.


Wer nach StVO unerlaubt auf einem Fußgängerweg fährt, einen vorhandenen Radweg nicht oder in falscher Fahrtrichtung nutzt, muss mit einem Bußgeld von 15 bis 30 Euro rechnen.
Für Radfahrer ist es nicht immer ganz einfach, zu erkennen, wann sie welchen Weg nutzen müssen oder dürfen. Es gibt aber noch einen weiteren Fall, der immer wieder Schwierigkeiten bereitet: der Zebrastreifen.

 

Vorsicht Zebrastreifen

Zebrastreifen sind ein besonders geschützter Bereich, an dem Fußgänger die Straße überqueren dürfen. Gegenüber Autofahrern haben sie hier Vorrang. Wie Fußgänger dürfen auch Radfahrer einen Zebrastreifen nutzen, um die Straße zu überqueren. Dabei gilt:
 

  • Fahren Radfahrer mit dem Rad über einen Zebrastreifen, müssen sie besondere Rücksicht auf Fußgänger nehmen.
  • Auf dem Zebrastreifen haben ausschließlich Fußgänger gemäß StVO Vorrang gegenüber anderen Verkehrsteilnehmern. Konkret bedeutet das: Für Fußgänger müssen Autofahrer anhalten.
  • Radfahrern räumt die StVO den Vorrang nicht ausdrücklich ein. Autofahrer sind daher nicht verpflichtet, anzuhalten. Radfahrer müssen auf andere Verkehrsteilnehmer achten, wenn sie auf dem Rad den Zebrastreifen überqueren.
  • Wer am Zebrastreifen absteigt und das Fahrrad schiebt, hat gemäß StVO wie jeder andere Fußgänger am Zebrastreifen Vorrang gegenüber andern Verkehrsteilnehmern. Das gilt auch dann, wenn Radfahrer das Rad wie einen Tretroller nutzen.

Wer auf Nummer sicher gehen und Unklarheiten am Zebrastreifen vermeiden möchte, sollte als Radfahrer am Zebrastreifen absteigen und sein Rad schieben.
 

Fazit

Die Regeln für das Fahren unter Alkoholeinfluss sind für Radfahrer scheinbar etwas lockerer als für Autofahrer. Das sollte jedoch nicht zum Leichtsinn verleiten. Der Teufel steckt im Detail. Um Bußgelder oder andere saftige Strafen zu vermeiden, sollten auch Radfahrer das Rad stehen lassen, wenn sie Alkohol getrunken haben. Bußgelder drohen gemäß StVO auch beim Telefonieren auf dem Fahrrad oder wenn Radfahrer den Radweg nicht wie vorgeschrieben nutzen. Besondere Vorsicht gilt an Zebrastreifen. Hier kann es schnell zu Missverständnissen kommen. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, schiebt sein Rad über den Zebrastreifen.


Weitere Fakten rund um StVo, Verkehrssicherheit und Fahrradfahren haben wir in den Artikeln Paragraph Fahrrad - Teil 1 und Teil 2 zusammengestellt.