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Radfernwege und touristische Radrouten in Deutschland

25.01.2018

Für viele beginnt bereits nach Weihnachten die Planungszeit für die Radurlaube im neuen Jahr. Für einen längeren Aufenthalt auf dem Rad bieten sich sowohl Urlaube in einer Radregion oder entlang einer touristischen Radroute an. Doch was darf man sich unter so einer Radroute vorstellen?

 

Definition

Umgangssprachlich ist vieles ein Radweg. Viele haben schon begeistert von einer Tour auf den Radwegen entlang der Donau oder der Elbe erzählt. Doch der Begriff Radweg im Sinne der StVO ist hier nicht gemeint. Vielmehr handelt es sich dabei um Strecken, die in erster Linie nach den Gesichtspunkten des Tourismusmarketings gestaltet wurden.

Zur besseren Abgrenzung der gänzlich verschiedenen Themen verwendet der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) statt dem Begriff „Radweg“ die Bezeichnung „Touristische Radroute“. Verläuft diese Route überregional, dann schlägt der ADFC die Verwendung des Begriffs „Radfernweg“ vor. Damit grenzt man sich auch eindeutig von Fahrradschnellwegen ab, die der schnellen Verbindung von Arbeits-, Ausbildungs- und Wohnstätten dienen sollen und auf denen man eine bestimmte Qualität der Fahrbedingungen erwarten darf.

 

Radfernwege Deutschland

 

Wie sind diese Radfernwege gestaltet?

Diese Routen werden bevorzugt auf Nebenfahrbahnen geführt, um den Erholungswert zu steigern. Neben Feld- und Waldwegen dienen auch aufgelassene Bahntrassen als Basis für den Verlauf der Strecken. Führen die Radfernwege entlang von Hauptverkehrsstraßen, werden für sie meistens eigene Radverkehrsanlagen eingerichtet. Dabei kann es sich dann sehr wohl um Radwege im Sinne der StVO handeln.

Über den gesamten Verlauf einer solchen Route darf man nicht immer eine einheitliche Ausbauform erwarten. Auch die Qualität des Fahrerlebnisses kann verschiedene Ausprägungen annehmen. In Ermangelung von Normen, hat der ADFC einen Kriterienkatalog vorgeschlagen, auf dessen Basis die Betreiber solcher Routen die Zertifizierung der Radfernwege anstreben können.

 

Wie geht der ADFC bei der Zertifizierung von Radfernwegen vor?

Radfernwege werden vom ADFC mit einem Punktesystem von 1 bis 5 Sternen zertifiziert. Drei bis vier Sterne deuten dabei auf ein angenehmes Fahrerlebnis hin, fünf Sterne als höchste Auszeichnung werden sehr selten vergeben.

Dabei gehen in die Gesamtbewertung (100%) die Kriterien Befahrbarkeit, Oberfläche, Wegweisung und touristische Infrastruktur mit jeweils 15% ein. Das Kriterium Verkehrsbelastung wird mit 20% am stärksten gewichtet. Die Kriterien Marketing (10%) sowie Routenführung und Anbindung Bahn/Bus (beide jeweils 5%) werden unterdurchschnittlich gewichtet.

Mit Stand von Dezember 2017 werden auf der Webseite des ADFC nur zwei innerdeutsche Radfernwege mit der Höchstpunktezahl von fünf Sternen geführt: Auf rund 100 km verbindet der Radweg „Liebliches Taubertal – Der Klassiker“ die Städte Rothenburg ob der Tauber und Wertheim am Main. Die „Schlossparkrunde im Allgäu“ führt an Schloss Neuschwanstein vorbei durch die idyllischen Landschaften des Ostallgäus.

 

Die beliebtesten Radfernwege in Deutschland

Laut einer Onlineumfrage der Deutschen Zentrale des Tourismus gehören die folgenden Strecken zu den 10 beliebtesten Radfernwegen in Deutschland

  • Elberadweg
  • Weserradweg
  • Ruhrtalradweg
  • Donauradweg
  • Ostseeküsten-Radweg
  • Rheinradweg
  • Mosel-Radweg
  • Main Radweg
  • Bodensee-Radweg
  • Emsradweg

Bei den genannten Radfernwegen fällt auf, dass nahezu alle einen Bezug zu Flüssen oder Küsten aufweisen. Der Verlauf entlang von Flüssen verbindet die positiven Wirkungen des Naturraums Gewässer mit dem Vorteil, dass solche Strecken eher eine konstante Neigung aufweisen.

Möchte man sich im Urlaub nicht überanstrengen, wählt man am besten eine Strecke flussabwärts und kann sich sicher sein, dass anstrengende Steigungen eher die Seltenheit sind.

Themenradrouten können in ihrem Verlauf schon deutlich herausfordernder sein. Sie verbinden querfeldein historische, kulturelle und landschaftliche Höhepunkte. Die Streckenführung ist dabei nicht immer die leichteste. Der Weg rauf zum Bergkirchlein ist natürlich steiler als der Weg um den Berg herum.

 

Vorbereitung und Ausrüstung

Damit ein Radurlaub gesund und sicher bleibt, sind einige Vorbereitungen zu treffen. So sollte die Route auf Stellen geprüft werden, für die die eigene Kondition oder der Typ des Fahrrades evtl. nicht reichen. Wird die Tour mit Falträdern durchgeführt, kann bei Kenntnis der Haltestellen des ÖPNV auch mal eine Strecke mit dem Bus abgekürzt werden.

Radfernwege sind per Definition längere Radrouten, die nicht an einem Tag bewältigt werden können. Die Abstände zwischen den Quartieren sollten ebenfalls auf die eigene Kondition abgestimmt sein. Bei der Nutzung von sehr reizvollen Strecken gilt es auch ausreichend Zeit für das Verweilen an Aussichtspunkten oder für den Bummel durch ein interessantes Dörfchen einzurechnen.

Einen genauen Plan auf Papier oder auf dem Smartphone mitzunehmen zahlt sich auch bei sehr beliebten Strecken aus. Nicht immer ist die Streckenkennzeichnung eindeutig oder vollständig. Tritt plötzlich schlechtes Wetter ein, ist die genaue Kenntnis der nächsten Raststätte ein Plus. Für den Fall eines Schadens am Fahrrad ist es beruhigend zu wissen, in welche Richtung das Rad zur nächsten Werkstätte geschoben werden muss.

Wird für die Fahrt ein Pedelec oder ein E-Bike genützt, lohnt es sich, bereits bei der Planung nach geeigneten Stellen für das Aufladen der Akkus zu suchen. Das Netz der Stromtankstellen (Beschrieben in unserem Artikel Stromnetz für Radfahrende weitet sich inzwischen immer weiter aus.

 

Resümee

Da touristische Radrouten nicht an einer bestimmten Ausbauform gebunden sind, gibt es starke Qualitätsunterschiede. Die Radfernwege müssen nicht zu jeder Jahreszeit für jedes Fahrrad gut befahrbar sein. Es empfiehlt sich daher, sich vor der Tour über den genauen Verlauf zu informieren und gegebenenfalls bei Teilstücken auch Alternativrouten zu wählen.