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Frühlings-Check für das Fahrrad

04.04.2018

Sobald das Wetter wärmer geworden ist, werden die Fahrräder wieder aus den Abstellräumen geholt. Am liebsten würde man sofort einen Ausflug damit machen. Es ist ratsam, vorher die Funktionen des Rades zu überprüfen. In diesem Artikel schreiben wir über nützliche Checks, die jeder entweder selbst oder mit Hilfe einer Fachwerkstätte durchführen sollte.

 

Warum ist ein Check nach einer längeren Pause notwendig?

Das Fahrrad ist selbst in einer Ruheposition verschiedenen Kräften und Umwelteinflüssen ausgesetzt. Selten sind Abstellräume gänzlich frei von Feuchtigkeit und Staub. Ein temporärer Wassereinbruch im Keller kann das Fahrrad beschädigt haben, ohne dass es von jemanden bemerkt wurde.

Anhaftende Feuchtigkeit von der letzten Winterfahrt ist zwar eingetrocknet, aber das darin enthaltende Salz hatte genug Gelegenheit die empfindlichen Teile des Rades zu beeinträchtigen. Die ständige Belastung der Reifen auf demselben Punkt, hat diesen unter Umständen geschwächt. Zumindest die Luft ist nicht nur sprichwörtlich raus.

Die Kette hat sich schon lange nicht mehr bewegt, am Gang wurde wochenlang nichts geschaltet. Bei gemeinsam genutzten Abstellräumen hat mit etwas Pech ein unachtsamer Nachbar die Speichen eines Laufrades beschädigt oder einen Reflektor abgebrochen.

Das alles sind Gründe, einen prüfenden Blick auf die wichtigsten Komponenten des Fahrrades zu werfen.

 

Die Grundreinigung

Die Grundreinigung hilft, einen freien Blick auf die Einzelteile des Fahrrades zu bekommen. So lassen sich Risse und Roststellen leichter erkennen. Der grobe Schmutz sollte schon im Herbst entfernt worden sein. Nun wird mit lauwarmen Wasser und einem strapazierfähigen Tuch der Staub der Wintermonate abgewischt.

 

Der Reifendruck

Der gesunkene Reifendruck ist meistens der erste Mangel, der nach einer längeren Pause am Fahrrad auffällt. Tatsächlich verlieren die Schläuche im Laufe der Zeit viel vom ursprünglich eingefüllten Druck. Zum Glück lässt sich dieser Mangel mit einer Luftpumpe rasch beheben.

Der ideale Reifendruck lässt sich mit Hilfe von Tabellen errechnen, die im Internet zur Verfügung gestellt werden. Er hängt vom Durchmesser und der Breite der Felge ab, sowie vom Gesamtgewicht (Fahrrad plus Fahrer plus Gepäck). Die Qualität der Fahrbahn (Asphaltstraße versus Forstweg) spielt ebenfalls eine Rolle. Auch wird der vom Hersteller empfohlene Luftdruck auf den Seitenflanken der meisten Reifen aufgedruckt.

 

Die Bremsen

Dem Bremssystem gilt der zweite Blick. Zu wichtig ist seine Funktion, um dieses nicht zu prüfen. Ein simpler Test ist das Anheben und Bewegen eines Laufrades. Wird die Bremse betätigt und das Rad kommt nicht sofort zum Stehen, ist etwas nicht in Ordnung.

Fehlerquellen können sein:

  • Bei Felgenbremsen ist nicht mehr genug Gummi auf den Bremsbacken.
  • Die Scheibenbremsen sind nicht mehr exakt ausgerichtet oder verölt.
  • Die hydraulischen Bremsen haben Luft gezogen und müssen entlüftet oder neu mit Bremsflüssigkeit befüllt werden.

 

Die Reifen

Vergleichbar mit unseren Beinen tragen die Reifen die ganze Last. Ihre Funktion ist deshalb genau zu prüfen, denn wer will schon gerne auf schwachen Füßen stehen. Hier gilt: Versteckte Fehler lassen sich nur bei gereinigten Reifen erkennen.

Machen sich Risse im Reifenmantel bemerkbar, sollten die Reifen ausgetauscht werden. Dasselbe gilt bei abgefahrenen Profilen. Bei schlauchlosen Reifen ist zusätzlich zu prüfen, ob genug Dichtmilch im Schlauch ist.

 

Die Felge / Die Speichen

Ein stabiles Laufrad besteht aus einer einwandfreien Felge und gleichmäßig gespannten Speichen. Wird ein „Achter“ bei einem der Räder festgestellt, muss dieses getauscht werden. Das Nachspannen der Speichen führt am besten eine Fachwerkstatt durch.

 

Die Beleuchtung / Die Klingel

Die Elektrik und die feinmechanischen Teile reagieren auf temporäre Feuchtigkeit empfindlich. Funktioniert die Beleuchtung hinten und vorne? Gibt die Klingel einen ausreichend wahrnehmbaren Signalton von sich oder krächzt sie nur noch?

 

Der Antrieb

Der Antrieb sollte noch so leichtgängig funktionieren, wie im Herbst. Manchmal muss man etwas nachhelfen und ihn erneut einfetten. Geschmiert wird dabei lediglich die Kette, Das Einfetten von Zahnkranz und Kettenblättern ist nicht notwendig.

Vor dem Schmieren sollten die Teile mit einer kleinen Bürste gereinigt werden. Das neue Schmiermittel ist anschließend sparsam aufzutragen. Wird zu viel davon verwendet, beginnt es sich mit Fremdkörpern zu verklumpen.

Eine wichtige Maßnahme ist das Messen der Länge der Kettenglieder mit einer eigens dafür erhältlichen Kettenlehre. So wird der Verschleiß der Kette rechtzeitig erkannt. Eine verschlissene Kette beschädigt Kettenblätter und Ritzel und sollte deshalb ausgetauscht werden.

 

Die Schaltung

Bei einer Testfahrt müssen sich alle Gänge der Schaltung leicht schalten lassen. Die Kette darf dabei weder springen noch schleifen. Funktioniert das leichtgängige Schalten nicht einwandfrei, muss die Gangschaltung neu eingestellt werden. Dies lässt man am besten in einer Fachwerkstätte durchführen.

Die Reflektoren

Sind noch alle Reflektoren an ihrem Platz und gut befestigt? Vorgeschrieben sind weiße Reflektoren an der Vorderseite, rote Rückstrahler an der Hinterseite und gelbe Reflektoren an den Pedalen. Zusätzlich müssen Rückstrahler an den Laufrädern vorhanden sein.

 

Die Schrauben

Das Nachziehen der Schrauben sorgt für einen einwandfreien Zusammenhalt der Einzelteile. Ein Drehmomentschlüssel hilft mit, die von den Herstellern vorgegebenen Drehmomente einzuhalten.

 

Resümee

Nach einer längeren Winterpause ist es notwendig, die Grundfunktionen des Fahrrades zu überprüfen. Aus Gründen der Verkehrssicherheit sollten diese Tests nicht auf die erste Fahrt im Jahr beschränkt bleiben. Es empfiehlt sich, die beschriebenen Checks nach anspruchsvollen Touren und vor längeren Radreisen zu wiederholen.