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Fahrradkette reinigen: das A und O der Fahrradpflege

19.08.2019

Fahrradkette reinigen
So reinigen Sie Ihre Fahrradkette optimal. (Foto: adobe.stock.com)

 

Bei einem Rad mit Kettenantrieb läuft ohne die Kette nichts, denn sie ist dafür zuständig, die Tretkraft auf das Hinterrad zu übertragen. Um eine möglichst störungsfreie Kraftübertragung zu gewährleisten, muss die Fahrradkette jedoch sauber und leichtgängig sein. Eine gut gewartete Fahrradkette erhöht nicht nur den Fahrspaß, sie hält außerdem deutlich länger, schont das gesamte Schaltwerk (und die Ohren!) und trägt zu Ihrer Fahrsicherheit bei. In diesem Beitrag verraten wir Ihnen, wie oft und mit welchen Mitteln Sie Ihre Fahrradkette reinigen und pflegen sollten und was es sonst noch zu beachten gibt.

 

Wann sollten Sie die Fahrradkette reinigen?

Wie pflegebedürftig die Fahrradkette ist, hängt vor allem von der Nutzung Ihres Fahrrads ab. Fahren Sie sehr häufig, bei Wind und Wetter, und auch gerne einmal über Stock und Stein oder doch zumindest über nicht asphaltierte Wege? Dann ist die Kette regelmäßig Schmutz und Witterung ausgesetzt und sollte ebenso regelmäßig gepflegt werden. Der sicherste Indikator dafür, dass Sie Ihre Fahrradkette reinigen und schmieren sollten, sind ratternde oder quietschende Geräusche beim Fahren. Auf jeden Fall sollten Sie nach längeren Touren zu Lappen, Zahnbürste und Schmiermittel greifen, Ihre Kette reinigen und anschließend ölen.

 

Fahrradkette reinigen – und gelegentlich die Kettenlänge prüfen

Im Lauf der Zeit und der Kilometer „längt“ sich die Fahrradkette. Das ist mit bloßem Auge nicht zu erkennen, da es sich nur um wenige Millimeter handelt. Es ist nicht etwa so, dass sich die Kette dehnt, sondern dass die Bolzen verschleißen. Spätestens wenn die Fahrradkette über Kettenblatt und Ritzel rutscht, können Sie davon ausgehen, dass sie sich gelängt hat. Überprüfen können Sie das, indem Sie versuchen, die Kettenglieder mit den Fingern in Laufrichtung gegeneinander zu verschieben. Hat die Kette merklich Spiel, ist es Zeit für einen Wechsel der Fahrradkette.

 

Fahrradkette reinigen – welche Pflegemittel sind eher ungeeignet?

Hochdruckreiniger und Heißdampfreiniger sind sehr effektiv gegen Schmutz, allerdings gelangt bei dieser Art von Reinigung Wasser zwischen Hülse und Bolzen und führt dazu, dass Sie über kurz oder lang die Fahrradkette entrosten müssen. Außerdem kann durch den Druck auch Schmutzpartikel in die Zwischenräume gedrückt werden, was ebenfalls eher kontraproduktiv wäre.

Stark entfettende Lösungsmittel wie Bremsenreiniger, Waschbenzin und Aceton können gerade bei gedämpften Ketten die gummierten Komponenten angreifen und sollten wenn überhaupt sehr sparsam angewendet werden. Auf keinen Fall sollten sie die Fahrradkette reinigen, indem Sie diese in Aceton oder Waschbenzin einlegen, da sie dadurch zu stark entfettet wird.

Spülmittel oder Seifenlauge ist nicht so aggressiv wie Lösungsmittel und auch nicht entflammbar, was insbesondere dann eine wichtige Rolle spielt, wenn Ihr Kind seine Fahrradkette selber reinigen möchte. Aber auch hier gerät Wasser in die Mechanik der Kette, die zudem entfettet und deutlich anfälliger für Korrosion wird.

 

Fahrradkette reinigen – das volle Programm

Doch wie es nun richtig geht, finden Sie in der nachfolgendenden Schritt-für-Schritt-Anleitung. Gerade wenn Sie Ihre Fahrradkette sehr regelmäßig reinigen, müssen Sie aber nicht immer das volle Programm durchziehen, sondern können zwischendurch einfach nur die Fahrradkette säubern und schmieren.

 

  • Reinigungsutensilien: Sie brauchen gar nicht viel: Putzlappen, ein paar Zahnstocher, eine alte Zahnbürste, eventuell etwas Ketten- und Bremsenreiniger und ein spezielles Kettenöl.
  • Schaltwerk reinigen: Bei einer gründlichen Wartung wird nicht nur die Kette selbst gereinigt, sondern auch Kettenblätter, Ritzel und Umwerfer – sonst überträgt sich der verbleibende Schmutz in Nullkommanichts wieder auf die Kette. Mit Zahnstocher und Bremsenreiniger lassen sich die Ritzel-Zwischenräume effektiv säubern, beim Umwerfer und den Zahnkränzen nimmt man Zahnbürste, Lappen und falls nötig etwas Bremsenreiniger.
  • Fahrradkette reinigen: Mit Lappen, Zahnbürste und Kettenreiniger wird die Kette von Schmutz und altem Fett befreit. Anschließend kann man die Kette mit Wasser abspülen, wobei sie hinterher gut abgetrocknet werden muss, um Rostbildung zu vermeiden. Sie können auch ein Kettenreinigungsgerät verwenden, bei dem mehrere Bürsten in einem Kasten rotieren. Das Anbringen an der Kette ist etwas aufwändig, dafür verursacht diese Reinigungsvariante aber keinerlei Schmutz, weil der Kasten geschlossen ist.
  • Fahrradkette entrosten: Falls Ihre Fahrradkette stark verrostet ist, sollten Sie diese austauschen, um nicht etwa den Antrieb durch rostbedingte Unebenheiten zu schädigen. Bei geringem Rostbefall können Sie die Fahrradkette reinigen, indem Sie diese mit Rostumwandler einsprühen, anschließend mit einer Drahtbürste säubern und trocknen. Selbstverständlich müssen Sie danach die Fahrradkette ölen!
  • Fahrradkette ölen: Hier ist weniger mehr: Bei diesem Teil der Fahrradpflege geht es nicht darum, die Kette in Öl einzulegen, sondern die Oberfläche mit einer dünnen Ölschicht zu überziehen und die Gelenke zwischen den Kettengliedern zu schmieren! Wenn Sie zu viel Öl auftragen, ist die Kette anfälliger für die erneute Anlagerung von Schmutz, der wie Schleifpapier wirkt und dadurch quasi Zahnkränze, Ritzel und Kette abschmirgelt. Nutzen Sie also Öl oder Kettenfluid effektiv, aber sparsam. Überschüssiges Öl können Sie einfach mit einem weichen Lappen abwischen. Verwenden Sie am besten spezielles Kettenöl, Pflanzenöl oder Universalöl eignen sich nur bedingt. Und achten Sie bitte auf jeden Fall darauf, kein Öl auf Felgen, Bremsen, Bremsbeläge und Bremsscheiben gelangen zu lassen, weil das die Bremswirkung negativ beeinflusst.

 

Fahrradkette reinigen – dann läuft alles wie geschmiert!

Es gibt viele gute Gründe, die Fahrradkette zu reinigen und zu ölen:

 

  • Fahrkomfort: Eine gut gewartete Kette sorgt für einen runden Tritt und eine relativ verlustfreie Ausnutzung der eingesetzten Tretkraft.
  • Fahrsicherheit: Schmutz und fehlende Schmierung lassen die Fahrradkette häufiger abspringen oder sogar reißen – und das kann ein echtes Sicherheitsrisiko darstellen.
  • Lebensdauer: Mit guter Pflege lässt sich der Lebenszyklus einer Kette deutlich erhöhen, was nicht nur den Geldbeutel, sondern auch die Umwelt schont. Und wenn Sie erst einmal den Dreh heraus haben, kann es richtig Spaß machen, die Fahrradkette zu pflegen!

     

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