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Fahrradfahren mit Hund: Das sollten Sie beachten

23.10.2019

 

Hund sitzt vor einem Fahrrad
Fahrradfahren mit Hund: Was ist besser – Freilauf, Leine, Korb oder Anhänger? (Foto: adobe.stock.com)

 

Rund 11,8 Millionen Hunde leben in deutschen Haushalten und gehören damit zu den beliebtesten Haustieren im Lande. Dementsprechend viele Menschen verbringen ihre Freizeit mit dem treuen Vierbeiner – bei Spaziergängen ebenso wie auf dem Fahrrad. Oft sind sich Hundehalter allerdings unsicher, ob sie ihren Hund am Fahrrad mitführen dürfen beziehungsweise sollten. Ist ein Radfahren mit Hund überhaupt erlaubt? Sind alle Hunderassen fahrradtauglich? Wie alt sollte Ihr Tier mindestens sein – und wie fit? In diesem Beitrag erfahren Sie alles zum Thema Fahrradfahren mit Hund, von rechtlichen Aspekten über alternative Transportmöglichkeiten und sicheres Nebenherlaufen bis hin zu Tipps für die Gewöhnung an Fahrradtouren.

 

Fahrradfahren mit Hund: Was sagt der Gesetzgeber?

Laut § 28 der Straßenverkehrs-Ordnung ist es erlaubt, Hunde am Rad zu führen, „[...] wenn sie von geeigneten Personen begleitet sind, die ausreichend auf sie einwirken können“. Entsprechend ist beim Fahrradfahren mit Hund jegliche Verkehrsgefährdung zu vermeiden. E-Bikefahren mit Hund ist nicht explizit im § 28 erwähnt und somit auch nicht verboten – allerdings ist zu bedenken, dass Hunde im Hinblick auf Geschwindigkeit nicht überfordert werden sollten.

 

Fahrradfahren mit Hund: Spaß und Fitness für Mensch und Tier

Generell eignet sich Fahrradfahren mit Hund ideal dazu, dem Hund Auslauf zu ermöglichen und ist zudem gut für die eigene Fitness. Insbesondere in der freien Natur sind Hunde bei einer Fahrradtour ganz in ihrem Element und genießen es, zusammen mit Herrchen oder Frauchen Neues zu entdecken. Damit Sie und Ihr Hund solche Ausflüge unbeeinträchtigt genießen können, haben wir ein paar Tipps parat.

 

Fahrradfahren mit Hund: Ist Ihr Tier dafür geeignet?

Ob Sie mit Ihrem Hund Fahrrad fahren sollten, ist von dessen Rasse, Gesundheitszustand und Alter abhängig:

  • Rasse: Um es gleich vorwegzunehmen: Nicht jede Hunderasse ist gut dafür geeignet, neben dem Fahrrad herzulaufen. Die meisten kleinen Hunde sind aufgrund ihrer kurzen Beine keine ausdauernden Läufer – von Züchtungen wie dem Jack Russell Terrier vielleicht einmal abgesehen. Ausgesprochen schwere und große Hunde wie der Bernhardiner verfügen zwar in der Regel über ausreichend Kraft und Ausdauer, allerdings beansprucht schnelles Laufen, insbesondere auf Asphalt, massiv deren Gelenke, was schmerzhafte Spätfolgen verursachen kann. Für sportliche Tiere, die ohnehin viel Auslauf brauchen (beispielsweise Huskies und Border Collies), ist Fahrradfahren mit Hund gut zu bewältigen und trainiert die lauffreudigen Vierbeiner optimal.
  • Gesundheitszustand: Ein alter oder (chronisch) kranker Hund sollte nicht zu sehr belastet werden. Halten Sie im Zweifelsfall sicherheitshalber Rücksprache mit Ihrem Tierarzt.
  • Alter: Fahrradfahren mit Hund ist auch bei jungen Tieren nicht angebracht, da sich diese noch in der Wachstumsphase befinden. Erst im Alter von 15 bis 18 Monaten sind die Knochen gehärtet und somit belastbar. Falls Sie zu früh mit dem Hund Fahrrad fahren, kann das zu chronischen Gelenkbeschwerden führen.

Wenn sich Ihr Liebling nicht für das Fahrradfahren mit Hund eignen sollte, gibt es Mittel und Wege, ihn trotzdem mit auf die Fahrradtour zu nehmen.

 

Fahrradfahren mit Hund: Transport in Korb oder Hänger

Hund liegt in einem Fahrradanhänger

Fahrradfahren mit Hund: auch ein Anhänger ist eine Option (Foto: adobe.stock.com)

 

Soll bzw. darf der Hund nicht am Fahrrad laufen, so bietet es sich an, das Tier in einem Fahrradkorb oder Fahrradanhänger mitzunehmen. Kleine Hunde (bis ca. 5 kg) fühlen sich in offenen oder geschlossenen Fahrradkörben, die auf Gepäckträger oder Lenkstange angebracht werden, durchaus wohl – insbesondere dann, wenn sie weich ausgepolstert werden. Ist der Korb offen, sollte das Tier zu seiner eigenen Sicherheit unbedingt fixiert werden, am besten mit einem Hundegeschirr. Größere Hunde brauchen mehr Platz und sind daher in einem stabilen Fahrradanhänger besser aufgehoben (erstes Bild). Der Hänger sollte ausreichend Raum bieten, damit das Tier aufrecht sitzen und sich auch hinlegen kann. Der Hänger lässt sich an der Sattelstütze oder Hinterachse montieren. Eine zusätzliche Sicherheitsleine am Rad ist sinnvoll, damit der Anhänger bei Versagen der Kupplung nicht unkontrolliert davon rollt. Abgesehen von der größeren Bewegungsfreiheit für das Tier bietet ein Anhänger beim Fahrradfahren mit Hund weitere Vorteile gegenüber einem Fahrradkorb, weil er Ihre Balance nicht beeinträchtigt, Sie problemlos vom Rad steigen und den Hund im Hänger auch kurz unbeaufsichtigt lassen können. Weiterführende Informationen erhalten Sie in unserem Beitrag Transport von Tieren auf dem Fahrrad. Auf jeden Fall sollten Sie Ihren Hund langsam an den Fahrradhänger gewöhnen und zunächst nur kleine Strecken mit ihm fahren.

 

Hund sitzt in einem Fahrradkorb

Kleine Hunde können in einem offenen oder geschlossenen Fahrradkörbchen transportiert werden. (Foto: adobe.stock.com)

 

Fahrradfahren mit Hund: sicheres Nebenherlaufen

Damit das Fahrradfahren mit Hund ungetrübte Freude bereitet, benötigen Sie vor Beginn der gemeinsamen Streifzüge ein entsprechendes Equipment. Zwar ist es nicht verboten, die Hundeleine um Fahrradstange oder Handgelenk zu wickeln, aber dafür gefährlich: Oftmals reicht schon eine ruckartige Bewegung des Tieres aus, um den Fahrradfahrer zu Fall zu bringen, schlimmstenfalls landet dieser dann samt Fahrrad auf dem Hund. Zudem sollte das Tier nicht am Halsband geführt werden, weil es sonst gewürgt wird, wenn sich die Leine spannt. Ein breites und gepolstertes Brustgeschirr bietet hier eine gute Alternative, weil sich so die Zugkraft auf den gesamten Brustbereich verteilen kann. Ein sogenannter Springer oder Leinenhalter, an dem die Leine befestigt wird, gewährleistet einen Sicherheitsabstand des Hundes zum Rad und verhindert, dass Leine oder Hund ins Laufrad geraten. Hochwertige Springer verfügen zudem über eine Zugfeder, die ruckartiges Ziehen des Tieres ausgleicht, sowie über einen Sicherungsring, der die Leine bei zu starkem Zug, beispielsweise bei Unfällen, löst. Ein weiterer Vorteil ist die Tatsache, dass Sie bei Verwendung dieses Leinenhalters beide Hände frei haben und sich so uneingeschränkt auf Hund und Strecke beziehungsweise Verkehr konzentrieren können. Natürlich ist es in Gebieten ohne Leinenzwang möglich, den Hund ohne Leine neben dem Fahrrad laufen zu lassen. Hierfür sollte der Hund allerdings über einen sehr guten Grundgehorsam verfügen. Freilauf ist nur dann eine Option, wenn Ihr vierbeiniger Freund Kommandos uneingeschränkt Folge leistet – auch wenn eine Katze, ein Reh oder ein lautes Fahrzeug den Weg kreuzen.

 

Fahrradfahren mit Hund: Training gehört dazu

Damit Radfahren mit Hund funktioniert, braucht das Tier Übung und Hund und Halter sollten auch „am Boden“ schon ein eingespieltes Team sein.

Beim Radfahren sollte sich Ihr Vierbeiner in der Regel rechts vom Fahrrad befinden, doch es empfiehlt sich, ihm das Laufen auf beiden Seiten beizubringen, damit er immer auf der straßenabgewandten Seite geführt werden kann. Zudem muss er lernen, nicht an der Leine zu ziehen. Diese Hürden meistert man am besten langsam, geduldig und natürlich mit Lob und Belohnung:

  • Das Fahrrad zuerst schieben, der Hund läuft nebenher (möglichst eine zweite Person zur Unterstützung hinzuziehen)
  • Abstand zum Rad langsam vergrößern – auch das geht besser, wenn eine zweite Person schiebt und Sie den Hund führen
  • Das eigentliche Fahrradfahren in langsamem Tempo beginnen – am besten in einer ruhigen und verkehrsarmen Gegend

 

Es nicht ganz einfach, Hunde ans Fahrradfahren zu gewöhnen, insbesondere ans Fahrradfahren im Straßenverkehr. Viele Hundeschulen bieten ein entsprechendes Verkehrstraining an, mit dem Ihr Hund fit fürs Fahrrad wird.

 

Fahrradfahren mit Hund: So läuft es optimal

Hunde wollen nicht von A nach B und sind auch nicht leistungsgetrieben. Beim Fahrradfahren mit Hund sollten Sie Ihrem Tier also nicht zu viel zumuten und das Tempo und die Streckenlänge entsprechend anpassen – für Ihren Hund sind Fahrradtouren deutlich anstrengender als für Sie! Geben Sie ihm durch regelmäßige Pausen die Gelegenheit herumzuschnüffeln und sich zu erleichtern und nehmen Sie ausreichend Trinkwasser für ihn mit. Nach der Fahrradtour sollten Sie außerdem sicherstellen, dass die Pfoten unverletzt sind und das Tier sich nirgends wundgescheuert hat. Lassen Sie sich und Ihrem Hund Zeit, um entsprechende Routine zu entwickeln, und Sie werden sehen: Fahrrad und Hund sind eine tolle Kombination!

 

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