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E-Bike-Akku-Reichweite: Welche Distanzen sind möglich?

21.06.2019

E-Bike in der Landschaft
E-Bike-Akku-Reichweite: Wenn man weiß, wie hoch die Reichweite ist, kann man vorbereitet eine Tour starten.

 

E-Bikes sind voll im Trend. Kein Wunder, denn schließlich bieten sie viele Vorteile: Steigungen und Gegenwind verlieren ihren Schrecken, man kommt nicht mehr verschwitzt im Büro an und tut dennoch einiges für die Fitness. All das dank eines Akkus, der für Unterstützung sorgt. Aber wie weit kommen Sie eigentlich mit einer Akkuladung? Welche Faktoren beeinflussen die E-Bike-Akku-Reichweite? Welche Lebensdauer hat ein Akku? Wie oft kann er geladen werden? Und was sollten Sie noch beim Kauf beachten? In diesem Artikel finden Sie Wissenswertes zur Reichweite Ihres Pedelecs oder E-Bikes und Tipps, wie Sie diese eigenständig erhöhen können.

 

E-Bike-Akku-Reichweite: eine Frage der Kapazität

Es gilt: Je höher die Kapazität in Wattstunden (Wh), desto größer die Reichweite. Die mittlerweile hauptsächlich verwendeten Lithium-Ionen-Akkus haben eine hohe Stromspeicherfähigkeit und verfügen meistens über 400 bis 500 Wh. Damit liegt laut Herstellerangaben die E-Bike-Akku-Reichweite in der Regel zwischen 130 und 200 km. Doch diese Zahlen sind mit Vorsicht zu genießen. Neben der Akkukapazität gibt es nämlich eine Vielzahl zusätzlicher Faktoren, die die E-Bike-Reichweite beeinflussen können.

 

E-Bike-Akku-Reichweite: Lassen Sie Ihre Muskeln spielen

Eine einfache Rechnung: Je mehr Sie Ihrem Akku abverlangen, desto geringer wird die E-Bike-Akku-Reichweite. Wenn Sie also regelmäßig mit hoher oder höchster Unterstützungsstufe fahren, ist eine E-Bike-Reichweite von 200 km ausgeschlossen. Auch der Gang, in dem Sie fahren, spielt eine große Rolle. Eine höhere Übersetzung und der damit höhere Tretwiderstand erfordern mehr Energie. Optimal zum Stromsparen ist eine Trittfrequenz von 60 bis 80 Umdrehungen pro Minute. Vermeiden Sie nach Möglichkeit häufiges Anfahren – das ist ein echter Stromfresser!

 

E-Bike-Akku-Reichweite: geografische Faktoren

Ebenfalls ganz logisch: Bergfahrten mit entsprechenden Steigungen sind hinsichtlich der E-Bike-Akku-Reichweite eine ganz andere Hausnummer als der gemächliche Ritt zur Arbeit bzw. eine geruhsame Fahrradtour durch flaches Gelände. Gegenwind verlangt dem Akku ebenfalls einiges ab, genau wie ein weicher Untergrund.

 

E-Bike-Akku-Reichweite: gewichtige Faktoren

Auch das Gesamtgewicht, also das Gewicht des Fahrers plus Zuladung, hat Einfluss auf die E-Bike-Akku-Reichweite. Zu bedenken ist außerdem, dass ein leistungsstärkerer Akku auch immer ein höheres Gewicht hat. Entsprechend sollten Sie sich vor dem Kauf hinsichtlich der von Ihnen benötigten Akkukapazität beraten lassen. Wie Sie die Zuladung bei größeren Fahrradtouren möglichst gering halten können, erfahren Sie übrigens in unserem Beitrag Packliste/Checkliste Fahrradtour. Dort können Sie auch eine entsprechende Packliste herunterladen.

 

E-Bike-Akku-Reichweite: Das maximiert den Radius

Mit regelmäßiger Wartung können Sie die Reichweite Ihres E-Bikes deutlich erhöhen. Das fängt bereits mit dem optimalen Reifendruck an: Mit ungenügend gefüllten Reifen verlieren Sie nicht nur Geschwindigkeit, sondern auch Energie – genau wie Ihr Akku. Detaillierte Informationen dazu, wie Sie Ihren Reifendruck kontrollieren und anpassen können, finden Sie unter Reifendruck beim Fahrrad. Ein weiterer wichtiger Aspekt hinsichtlich der Reichweite des E-Bikes ist die Pflege der mechanischen Bauteile. Gut geölte Komponenten erhöhen die Fahrtdauer. Ein echtes Mehr an E-Bike-Akku-Reichweite bieten Modelle mit Energierückgewinnungsfunktion, auch Rekuperation genannt: Mit dem entsprechenden Elektromotor wird Energie, die beim Bremsen oder bei Bergabfahrten erzeugt wird, in den Motor zurückgeführt und der Akku damit gespeist. Der Kauf eines entsprechend hochpreisigen E-Bikes ist allerdings nur dann sinnvoll, wenn man regelmäßig längere Touren damit fahren möchte.

Hier noch einmal eine kurze Zusammenfassung, wie Sie die E-Bike-Reichweite erhöhen können:

 

  • Nach Möglichkeit eine geringere Unterstützungstufe wählen
  • Mit höherer, gleichmäßiger Trittfrequenz fahren
  • Start / Stopp-Fahren möglichst vermeiden, z. B. durch rechtzeitiges Schalten
  • Vor dem Kauf beraten lassen, welche Akkukapazität zum Gesamtgewicht und zu Ihrer Nutzung passt
  • Regelmäßig den Luftdruck kontrollieren
  • Fahrradkette und andere mechanische Komponenten regelmäßig reinigen und ab und zu nachfetten (Achtung, keinesfalls die Bremsen fetten!)
  • Gegebenenfalls ein E-Bike-Modell mit Rekuperationsfunktion wählen

 

Außerdem gibt es natürlich noch die Möglichkeit, einen Zweitakku mit sich zu führen. Das ist allerdings nicht nur kostspielig, sondern erhöht darüber hinaus auch das Gesamtgewicht und lohnt sich daher eigentlich nur für Weitreisende.

 

E-Bike-Akku-Reichweite: So lässt sie sich berechnen

Sie möchten ganz genau wissen, wie weit Sie mit Ihrem E-Bike kommen? Im Internet gibt es diverse Reichweitenassistenten, mit deren Hilfe Sie die E-Bike-Reichweite berechnen können. Die Ergebnisse sind tatsächlich relativ exakt. Ein solcher Assistent kann Ihnen zudem bei der Kaufentscheidung helfen, weil Sie natürlich nicht nur Angaben zur Strecke und zum Fahrer machen müssen, sondern auch zum entsprechenden (Wunsch-) E-Bike. Um Ihnen einen ersten Eindruck zu vermitteln,unter welchen Voraussetzungen sich die Reichweite wie ändert, haben wir einige Daten tabellarisch aufgeführt:

 

E-Bike Reichweiten-Assistenz
Kategorie Stadtrad Treckingrad
∅ Akkukapazität 36 V 36 V
Motor Mittelmotor Mittelmotor
Motorleistung* Stufe 3 Stufe 3
∅ in km/h 15 km/h 20 km/h
Gesamtgewicht** 100 kg 110 kg
105 kg 115 kg
110 kg 120 kg
Streckenart flache Strecke vereinzelte Anstiege
Untergrund guter Asphalt Schlotterweg
Anfahrtshäufigkeit oft Anfahren mittel anfahren
Windverhältnisse mäßiger Wind mäßiger Wind
Reichweite 25,4 km 16,1 km
24,5 km 15,5 km
23,6 km 15,0 km


* Stufe 3 = 45 % Motorleistung und 55 % Eigenleistung

** Fahrradgewicht + Ihr Gewicht + Gepäck

Quellen: Reichweiten-Assistent von Bosch sowie Reichweiten-Assistent Fischer Fahrrad

 

E-Bike-Akku-Reichweite: sinkende Akkuleistung

Welche Lebensdauer und Reichweite ein E-Bike-Akku hat, hängt von seiner Qualität ab. Hochwertige Lithium-Ionen-Akkus, die sich übrigens problemlos auch teilaufladen lassen, weil es bei ihnen keinen nennenswerten Memory-Effekt mehr gibt, bringen es auf bis zu 1.000 Ladezyklen. Je nachdem, wie oft Sie mit Ihrem Fahrrad unterwegs sind, entspricht das einer Lebensdauer von etwa drei bis fünf Jahren. Allerdings lässt die Akkuleistung bereits nach circa 500 Ladezyklen nach. Um wieder die volle E-Bike-Akku-Reichweite zu erhalten, kann sich ein Akkutausch lohnen. Ihr Fachhändler wird Sie dazu gerne beraten.

 

E-Bike-Akku-Reichweite: So halten Sie den Akku fit

Richtige Pflege und Wartung kann die Lebensdauer des Akkus und damit die E-Bike-Akku-Reichweite deutlich erhöhen:

 

  • Setzen Sie den Akku weder ausgesprochen kalten oder heißen Temperaturen aus.
  • Entladen Sie den Akku niemals komplett.
  • Lesen Sie auf jeden Fall die Betriebsanleitung des Herstellers sorgfältig durch und befolgen Sie die entsprechenden Anweisungen.
  • Nutzen Sie im Winter einen Neoprenschutz für den Akku.
  • Verwenden Sie ausschließlich das Originalladegerät.
  • Wenn Sie Ihr E-Bike eine Weile nicht nutzen, dann lagern Sie den Akku an einem trockenen Ort, möglichst bei einer Temperatur zwischen 10 und 15 Grad Celsius. Dabei sollte er mit 50 bis 70 Prozent seiner Kapazität geladen sein. Weitere Hinweise dazu, wie Sie Ihren Akku bestmöglich schützen können, finden Sie unter Schutz für den Akku und Tipps für einen langanhaltenden Spaß mit dem E-Bike Akku.

 

E-Bike-Akku-Reichweite: ein wichtiger Aspekt der Kaufentscheidung

Welche Strecken der Akku Ihres E-Bikes oder Pedelecs tatsächlich bewältigt, ist also von diversen Faktoren abhängig. Die Akkuleistung sollte zu Ihrem Fahrverhalten und Ihren Plänen passen – wenn Sie lediglich eine kurze Strecke zur Arbeit fahren möchten, brauchen Sie viel weniger Power als bei einer langen Fahrradtour durch anspruchsvolles Gelände. Für Kurzstreckenfahrer könnte es sogar sinnvoll sein, einen kleineren Akku zu wählen, weil dieser preisgünstiger ist und über ein geringeres Gewicht verfügt, was beispielsweise das Tragen des Fahrrads entsprechend erleichtert.

Es ist auf jeden Fall wichtig, sich vor dem Kauf ausführlich vom Fachhändler beraten zu lassen und vorab auch schon einmal entsprechende Tests im Internet anzuschauen. Nicht nur die E-Bike-Akku-Reichweite ist von Bedeutung! Achten Sie darauf, welche Garantie auf den Akku gegeben wird – die Gewährleistung sollte nicht unter zwei Jahren liegen. Und während die Stromkosten für eine Aufladung des Akkus bei fast allen Modellen zwischen 10 und 15 Cent liegen, kann die Dauer erheblich schwanken: Ein voller Ladezyklus benötigt in der Regel zwischen 1,5 und 5 Stunden, je nach Effizienz der Energieaufnahme. Dieser Aspekt ist besonders wichtig, wenn Sie auf Ihrer Tour mehrere Ladezyklen benötigen – schließlich möchten Sie nicht einen Großteil des Tages mit dem Aufladen Ihres Akkus verbringen. Kurzum: Nehmen Sie sich vor dem Kauf ausreichend Zeit, um ein E-Bike auszuwählen, das Ihren Bedürfnissen optimal entspricht.

 

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