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Tandemvarianten

30.11.2017

Über den Nutzen und den grundsätzlichen Aufbau von Tandems haben wir bereits in einem Artikel über das Tandem fahren geschrieben. Dort lag der Fokus auf dem klassischen Tandem, auf dem zwei Personen aufrecht sitzend pedalieren. Tatsächlich gibt es aber mehr als eine Variante von diesem Fortbewegungsmittel.

 

Hintergrund zu den Modellvarianten

Die verschiedenen Modelle für Tandems begründen sich auf verschiedene Anwendungsfälle für Tandems. Diese können sein

  • Zwei Personen möchten gerne zusammen auf einem Fahrrad fahren und nutzen so die Vorzüge des gemeinsamen Pedalierens
  • Eine Person ist mobilitätseingeschränkt und möchte durch eine gesunde Person beim gemeinsamen Fahren unterstützt werden
  • Ein Kind ist altersbedingt noch nicht in der Lage alleine mit dem Fahrrad zu fahren und fährt gemeinsam mit einer erwachsenen Person auf einem Tandem

 

Tandem

 

Tandem mit E-Unterstützung

Zwar treten bei einem Tandem gleich zwei Personen kräftig in die Pedale, doch kann das bei Bergstrecken oder starken Gegenwind trotzdem zu wenig sein. Da die Pedale gleichzeitig den Totpunkt erreichen, kann es speziell bei langsamen Fahren sehr anstrengend sein, das Rad in Balance zu halten. Hier bietet ein E-Motor die ideale Unterstützung.

 

Liegeradtandem

Ein Liegeradtandem bietet die ergonomischen Vorteile eines Liegerades für das Fahren zu zweit. Eine Sonderform davon ist das Janus-Tandem. Bei diesem sitzen die beiden Fahrern Rücken an Rücken und blicken somit beim Fahren in verschiedene Richtungen.

 

Sitztandem

Dieses Produkt hat mehr Ähnlichkeiten mit einem Liegeradtandem als mit einem normalen Tandem. Die Personen sitzen aber nicht auf einem Sattel, sondern in bequemen Sitzschalen. Damit die Balance gewahrt bleiben kann, ist diese Variante sehr oft als Dreirad ausgeführt.

 

Stufentandem

Die Idee des Stufentandems kommt aus dem Bereich der Rehabilitation. Bei dieser Lösung sind die Rollen der beiden Fahrer miteinander vertauscht. Der Hintermann übernimmt die Rolle des lenkenden Piloten. Der Vordermann übernimmt die Rolle des Stokers in liegender Position.

Mit Hilfe eines Stufentandems können Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen trotzdem einen Radsport ausüben. Technisch sind die Fahrzeuge so gestaltet, dass die Person in der Stoker Position pedalieren kann, aber nicht muss.

 

Faltbare Tandems

Faltbare Tandems lassen sich nicht so klein falten wie normale Falträder. Aber sie passen zumindest in den Kofferraum eines Autos oder auf einen Fahrradträger. Eine Alternative zu faltbaren Tandems bilden Modelle, die in der Mitte geteilt und dann in zwei Stücken transportiert werden können.

 

Mountain-Tandems

In dieser Kategorie werden Tandems sowohl als Fully als auch als Hardtail angeboten. Unter einem Fully versteht man ein Fahrrad, dass sowohl vorne als auch hinten gefedert ist. Bei einem Hardtail ist nur das Vorderrad gefedert.    

 

Eltern-Kind-Tandem

Bei dieser Art von Tandem sitzt das Kind vor dem Erwachsenen. Im Gegensatz zu normalen Tandems wird hier das Fahrrad von der hinten sitzenden Person gesteuert. Diese Konstruktion vereinigt mehrere Vorteile.

Fahren ein Erwachsener und ein Kind auf eigenen Fahrrädern kann es zu verzwickten Situationen kommen, wenn der Rad- oder Fußweg endet und die Weiterfahrt nur über die Straße möglich ist. Der plötzlich hinzukommende Autoverkehr kann das Kind überfordern , so dass es zu gefährlichen Situationen kommen kann. Mit einem Eltern-Kind-Tandem können beide mit einem Fahrzeug unterwegs sein.

Das Kind kann sich am Pedalieren beteiligen und lernt unter Anleitung des Erwachsenen das richtige Verhalten im Straßenverkehr. Außerdem sitzt es im Sichtbereich des Erwachsenen, und kann während der Fahrt leichter unterhalten werden.

 

Nebeneinandem

Eine Sonderform des Tandems ist das Nebeneinandem. Hier sitzen die beiden Fahrer nicht hintereinander, sondern nebeneinander. Der Name setzt sich aus den Wörtern Nebeneinander und Tandem zusammen. Auch unter Bezeichnungen, wie Buddy Bike oder Compagnionfahrrad, sind diese Fahrzeuge bekannt.

Bei einem Nebeneinandem fühlt sich das gemeinsame Fahrerlebnis um noch einen Grad persönlicher an. Diese Modelle sind auch sehr gut zur Begleitung von Menschen geeignet, die beim Fahren Unterstützung benötigen. Durch verstellbare Sitze können auch Personen mit unterschiedlichen Größen nebeneinandersitzen.

 

Renntandem

Von 1908 bis 1972 war das Fahren mit dem Tandem eine olympische Sportart bei den Sommerspielen. Von 1966 bis 1994 radelten Radsportler zu zweit bei den UCI-Bahn-Weltmeisterschaften.

Heute wird das Tandem noch bei den Paralympischen Spielen wettbewerbsmäßig gefahren. Bei diesem Wettbewerb fährt eine blinde Person auf dem Rücksitz, während das Fahrrad von einer sehenden Person gesteuert wird.

 

Fahrräder für mehr als zwei Personen

Es gibt auch Fahrräder für mehr als zwei Personen. Diese werden je nach Anzahl der Mitfahrenden als Triplet, Quadruplet oder Quintuplet bezeichnet und sind praktisch eine Verlängerung der Grundidee eines Tandems.

Eine gänzliche andere Form entwarf der US-Künstler Eric Staller für sein ConferenceBike. Hier sitzen bis zu sieben Personen in einem Kreis und pedalieren gleichzeitig. Die Grundkonstruktion ist ein Dreirad mit zwei Rädern vorne und einem Zwillingsrad hinten.

Noch ein Stück weiter geht das Thekenfahrrad. Hier sitzen mehrere Personen pedalierend links und rechts einer Theke, an der in der Regel alkoholhaltige Getränke ausgeschenkt werden. Eine Person an der Stirnseite des Fahrzeuges übernimmt die Lenkung.

In einigen Ländern wurde ein Verbot für die Nutzung auf öffentlichen Straßen ausgesprochen. Diese sehr schweren und auf vier Rädern betriebenen Thekenfahrräder widersprechen durch ihre häufige Nutzung für Partys dem Grundsatz „Don’t drink and drive“.

 

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