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Ungewöhnliches Sicherheitszubehör für Fahrradfahrer: Der Airbag-Helm

11.09.2017

 

Die steigende Anzahl der Radfahrer und der damit steigende Bedarf nach Sicherheitslösungen hat eine Reihe von bemerkenswerten Innovationen auf den Markt gebracht.

„Eine besonders ungewöhnliche Idee ist dabei der Airbag-Helm für Radfahrer. Ein Kopfschutz, der sich nur während eines Falles bemerkbar macht!“

 

Airbag-Helm für Radfahrer

 

Das System des schwedischen Herstellers Hövding besteht aus einem Kragen, der vor Fahrtantritt um den Hals gelegt wird. In diesem 635 Gramm schweren Kragen ist die gesamte Technologie des Airbags untergebracht. Unter der stabilen Außenhaut befinden sich Sensoren, ein Bordcomputer mit Akku sowie eine Gaskartusche mit Hülle.

Hinzu kommt noch ein abwaschbarer Überzug, der zum Schutz des Kragens gegen Verschmutzung dient. Gleichzeitig kann durch die Wahl zwischen verschiedenen Farben für den Überzug eine Anpassung des Systems an die aktuelle Kleidung erzielt werden.

 

Aktivierung und Betrieb

 

Die Aktivierung des Systems erfolgt über einen Druckknopf, der nach vollständigem Schließen des Reisverschlusses auf ein Gegenstück gedrückt wird. Es wird empfohlen, den Kragen immer erst kurz vor dem Beginn der Fahrt zu aktivieren bzw. nach der Fahrt sofort zu deaktivieren, um die Gefahr einer Fehlauslösung zu vermindern. Gleichzeitig ist darauf zu achten, dass keine dünnen Schals oder dergleichen den Hövding bedecken. Denn kommtes tatsächlich zu einem Unfall, löst der Airbag-Mechanismus gehörigen Druck aus.

Im aktivierten Zustand verbraucht der Kragen elektrische Energie, die aus einem eingebauten Akku entnommen wird. Ein vollständig aufgeladener Akku hält laut Herstellerangaben rund neun Stunden den Betrieb des Kragens aufrecht. Ein zu geringer Ladestand wird mit LEDs und einem Tonsignal angezeigt. Das Aufladen erfolgt dann mit einem USB Kabel.

 

Sensoren messen zweihundertmal in der Sekunde

 

Nach dem Aktivieren des Systems registrieren die Sensoren rund zweihundertmal in der Sekunde die Bewegungen des Radfahrers. Die Unterschiede zwischen einer harmlosen Fahrsituation und einer gefährlichen Unfallsituation wurden im Rahmen von Tausenden Vergleichsfahrten ermittelt. Unfallsituationen wurden dabei mit Hilfe von Stuntfahrern und Crashtest-Dummies nachgestellt. Diese Analysen waren nicht nur sehr genau, sondern auch spezifisch auf die Bedingungen beim Radfahren zugeschnitten. Dies  bedeutet wiederum, dass der Airbag-Helm für die Nutzung bei anderen Sportarten, wie beispielsweise dem Skifahren, nicht geeignet ist.

 

Ein Unfall bahnt sich an – Der Airbag-Helm löst aus

 

„Nach Feststellung einer Unfallsituation löst das System innerhalb von 0,1 Sekunden aus!“

 

Die im Kragen befindliche Hülle füllt sich dabei mit Gas und bildet eine Kapuze, die den Kopf umfängt und das Genick fixiert. Dabei schützt diese Airbag-Kapuze einen größeren Teil des Kopfes als ein normaler Helm es würde. Das Gesichtsfeld bleibt dennoch frei.

 

 

Laut Herstellerangaben bietet die Kapuze eine achtmal bessere Stoßdämpfung als bisher übliche Fahrradhelme. Das liegt daran, dass die voll aufgeblasene Kapuze größer und weicher ist als bei einer klassischen Helmlösung. Der dafür notwendige Gasdruck bleibt für mehrere Sekunden aufrecht und schützt damit auch bei mehreren Aufprällen während des Unfalles.

Nach einer Auslösung kann der Kragen nicht mehr weiterverwendet werden. Käufer des Produkts können sich aber in einem „Crash Replacement Program“ eintragen lassen. Erfolgt die Auslösung innerhalb von drei Jahren nach dem Kauf, erhält der Käufer einen Ersatzkragen zu einem reduzierten Preis. Bedingung dafür ist die Einsendung des ausgelösten Airbags.

 

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