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Die Sattelstütze

01.11.2018

Nabenschaltung, Scheibenbremsen und Federgabeln sind beliebte Themen. Über die Sattelstütze wird allerdings selten gesprochen, obwohl sie wichtige Funktionen hat. Dieser Artikel schließt die Lücke und informiert umfassend über das Bauteil.

 

Lage und Funktion der Sattelstütze

Die Sattelstütze trägt den Sattel, ist als Zylinder ausgeführt und steckt im Sattelrohr. Durch ihre verschiebbare Position in diesem Rohr erlaubt sie eine variable Einstellung der Sattelhöhe und trägt so dazu bei, dem jeweiligen Radfahrer eine ideale Sitzhaltung zu ermöglichen. Die korrekte Haltung auf dem Rad fördert nicht nur unfallfreies Fahren, sondern auch die optimale Kraftübertragung auf die Pedale. Außerdem werden körperliche Beschwerden vermieden.

Die Sattelhöhe sollte so gewählt sein, dass man problemlos den Boden mit den Füßen erreichen kann, auch bei einem plötzlichen Halt. Der Abstand zwischen Sattel und Tretlager ist dann optimal, wenn er einen runden Tritt ermöglicht. Sitzen Radfahrer mit der richtigen Körperspannung auf dem Rad – auch hier spielt die Höhe des Sattels eine Rolle – werden Stöße besser abgefedert.

 

Das Material der Sattelstütze

Im Prinzip werden genau wie für den Rahmen alle gängigen Werkstoffe verwendet, also Stahl, Aluminium, Carbon und Titan. Allerdings ist die Sattelstütze ein Verschleißteil, weil sie hohen Belastungen ausgesetzt wird. Deshalb ist es wichtig, sie regelmäßig auf Abnutzungsspuren zu untersuchen und sofort auszutauschen, wenn man Risse entdeckt.

 

Vor- und Nachteile der gefederten Sattelstütze

Der Sattel auf Omas altem Hollandrad wirkte durch seine geschwungenen Sattelfedern fast wie ein Kunstwerk. Auch heute schwören viele Radfahrer auf eine gefederte Sattelstütze. Ihre Funktion ist aber umstritten und man sollte die Vor- und Nachteile kennen.

Die Nachteile sind schnell beschrieben: Gibt der Sattel durch die Federung laufend nach, verringert sich auch der Abstand zum Tretlager und der Tritt wird unrund. Außerdem passiert genau das, was man eigentlich vermeiden will: Ein Teil der angewandten Kraft geht durch die Federung verloren und erreicht das Hinterrad nicht.

Ein Vorteil gefederter Sattelstützen ist die Tatsache, dass sie den verlängerten Rücken vor Stößen bewahren. Allerdings kann eine Federung an dieser Stelle einen korrekt dimensionierten Sattel nicht ersetzen.

Ist eine gefederte Sattelstütze somit ein vollwertiger Ersatz für andere Federungen, die wesentlich teurer sind? Die Antwort lautet Nein. Eine Federung soll nicht nur den Fahrer vor Stößen schützen, sondern auch das Fahrrad selbst. Eine gefederte Gabel unterstützt beide Ziele, aber eine gefederte Sattelstütze dient lediglich dem Komfort.

 

Außergewöhnliche Sattelstützen

Eine spezielle Form der gefederten Sattelstütze gibt nicht nur nach unten, sondern auch nach hinten nach. Diese Parallelogramm-Konstruktion stellt sicher, dass der Sattel im richtigen Abstand zum Lenker bleibt.

Die Vario-Sattelstütze ermöglicht das Verstellen der Sattelhöhe während der Fahrt und funktioniert ähnlich wie Bürostühle: Während man einen Hebel betätigt, fährt die Stütze durch Verlagerung des Körpergewichts nach oben oder unten.

 

Diebstahlschutz für die Sattelstütze

Schnellspanner sind besonders bei versierten Radfahrern beliebt, die ihre Sattelhöhe der Fahrsituation anpassen möchten. Leider wird nicht nur das Verstellen der Sattelhöhe mit Schnellspanner oder herkömmlichen Sattelklemmen einfacher, sondern auch der Diebstahl des Sattels.

Innovative Befestigungsmöglichkeiten können hier für Abhilfe sorgen. Allerdings erlauben sie kein schnelles Anpassen der Sattelhöhe.

Deshalb nutzen viele Fahrradfahrer neben einem starken Bügelschloss für den Rahmen zusätzlich ein dickes Stahlkabel, um es durch das Sattelgestell zu führen und den Sattel so mit abzuschließen.

 

Unfallgefahr! Die Grenzen der Sattelstütze

Im ersten Abschnitt haben wir beschrieben, welchen Nutzen eine korrekt eingestellte Sattelstütze mit sich bringt. Natürlich hat sie keinen unbegrenzten Spielraum und kann nur dann unterstützend zu einer optimalen Haltung beitragen, wenn die Rahmengröße zur Größe des Fahrers passt.

 Ist der Rahmen zu klein, wird die Sattelstütze zum Ausgleich oft zu weit ausgefahren. Sie muss aber tief genug im Sattelrohr stecken, um zuverlässigen Halt zu haben. Ist das nicht der Fall, kann die Stütze brechen – und das bringt gefährliche Folgen für den Fahrer mit sich.

Als Faustregel gilt, dass mindestens 6,5 Zentimeter der Sattelstütze im Sattelrohr verbleiben sollen. In der Regel verfügen diese Stützen über Markierungen, welche die sichere Stecklänge anzeigen. Wird beim Herausziehen der Sattelstütze eine dieser Marken sichtbar, ist die Fahrsicherheit nicht mehr gewährleistet.

 

Resümee

Die Sattelstütze erfüllt eine wichtige Funktion, wenn es um die optimale Sitzposition geht. Eine fehlerhafte Montage kann zu gefährlichen Stürzen führen. Darüber hinaus ist es wichtig, die Stütze von Zeit zu Zeit auf Risse zu untersuchen.